Als Heinrich Heidersberger Anfang der 1950er Jahre nach Braunschweig zieht, ist er längst ein gefragter Architektur-, Industrie- und nicht zuletzt auch Werbefotograf. Da nimmt es nicht wunder, dass er wiederholt auch für die in der Löwenstadt ansässige Brunsviga Maschinenwerke AG tätig wird, bevor diese Ende der Dekade aufgrund einer kapitalintensiven Modernisierung in der Olympiawerke AG aufgeht.
Es sind vor allen Dingen die verschiedenen Typen der Rechenmaschine Brunsviga, die der Fotograf für Werbeanzeigen und Produktkataloge in Hochglanzaufnahmen - mal mit, mal ohne Schatteneffekte, bisweilen sogar im Sternenlicht - inszeniert. Mit Blick für die feinen Details und technischen Raffinessen der Apparate, die mit dem Slogan „Gehirn von Stahl“ beworben wurden, komponiert Heidersberger meist im Montageverfahren mehrere Einzelaufnahmen miteinander. Fast immer als Indikator des technischen Fortschritts mit im Bild: das Stromkabel. Es war unmissverständliches Zeichen der Überlegenheit gegenüber den rein mechanisch arbeitenden Erzeugnissen der Konkurrenz. Seine Fotografien aus dem Produktionsprozess wiederum sollten die Akkuratesse, Akribie und Konzentration zeigen, mit der die Herstellung der kompakten technischen Wunderwerke in Handarbeit erfolgte.